Geburtstagsgeschenke für Karl IV.

Karl IV., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, wurde am 14. Mai 1316 in Prag geboren. Er baute die Stadt aus und gründete dort die erste Universität der Alpen und östlich von Paris. Mit der „Goldenen Bulle“, die das Verfahren der Kaiserwahl regelte, prägte er das Reichsrecht bis 1806. Auch Nürnberg sähe ohne ihn ganz anders aus.

Den Tschechen galt er jahrhundertelang als Stammvater, den Deutschen als Landesverräter. Heute rezipiert man ihn oftmals als den „ersten Mitteleuropäer“.

Von alldem, vor allem von dem Jubiläumsausstellungen in Prag berichtete die Neue Zürcher Zeitung am Wochenende.

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„Shakespeare Lives“

William Shakespeare starb 1616 in Stratford-upon-Avon. Die BBC widmet ihm einen eigenen Programmschwerpunkt. Die meisten Beiträge, darunter hochklassige Theateraufführungen, sind auch aus anderen europäischen Ländern abrufbar.

Trappeto-Solingen-Trappeto

In den 1960er-Jahren zogen viele Menschen aus Sizilien nach Solingen, zunächst der Arbeit wegen. Viele kehrten später in die italienische Heimat zurück, wo sie sich auf einmal wieder nach Nordrhein-Westfalen sehnten… Es begann ein Leben zwischen zwei Ländern, von dem Deutschlandradio Kultur in einer Multimedia-Reportage berichtete. Heute erhielt „Trappeto-Solingen-Trappeto … und zurück“ den Grimme Online Award.

Fundstück: „Die Briten sind anders“ – Zur Rolle der Nostalgie in der Brexit-Debatte

Weitere geschichtskulturelle Betrachtungen zum Referendum in der NZZ.

London Black Cab - April 2007

[London Cab; Diliff für WikiCommons, CC-BY-SA-3.0]

„Nostalgie ist eine starke Triebfreder“, meint Markus M. Haefliger in der Neuen Zürcher Zeitung – und erklärt auch noch einige andere historische Bedingungen der splendid isolation.

(Hier nochmals der Hinweis auf die Texte von FAZ und geschichtskultur//kuratieren.)

Nachtrag:

In der NZZ wird der geschichtskulturelle Faktor letztendlich als Ausschlag gebend für den mittlerweile eingetretenen Brexit gewertet.

Streit über die Nutzung des Burgpalastes in Budapest

View of Buda Castle from the Danube River. - Budapest. 61 365² Opulencia (8261886103)

[Burgpalast in Budapest; Andrés Nieto Porras für WikiCommons, CC-BY-SA-2.0]

Die ungarische Regierung um Viktor Orbán möchte die ehemalige Residenz der k.u.k.-Monarchen in Buda, den sogenannten Burgpalast, nicht länger als Museum nutzen sondern als Regierungsgebäude. Über den dadurch entbrannten Streit berichtete János Brenner in einem Gastartikel für die Neue Zürcher Zeitung, in dem er unter anderem auch einen Vergleich zum Berliner Stadtschloss zieht.

Kann man aus der Antike lernen?

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[Akropolis in Athen; George Rex für WikiCommons, CC-BY-SA-2.0]

Ja – meint zumindest Josiah Ober von Universität Stanford. Ihm zufolge lassen sich durchaus Lehren ziehen aus dem Aufstieg der griechischen Stadtstaaten in der Zeit der Klassik. Politische Teilhabe, garantierte Eigentumsrechte, stabile Institutionen und mit alldem einhergehend: Zukunftsvertrauen scheinen wichtige Wohlfahrtsfaktoren zu sein.

Uwe Walter hat dieses neue, der Big History zuzurechnende Werk auf sehepunkte.de rezensiert.

Ruhrpott auffer Leinwand

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[Adolf Winkelmann vor ’seinem‘ Dortmunder U; Wuselig für Wikimedia CC-BY-SA-3.0]

Auf dem Dach der ehemaligen Union-Brauerei in Dortmund, weithin sichtbar durch ihr großes und leuchtendes U, thront seit der RUHR.2010 eine Videoinstallation. Verantwortlich dafür ist der Künstler Adolf Winkelmann (*1946). Wenn er nicht gerade Industriekultur verschönert, dreht Winkelmann Filme, von denen schon einige mit dem Grimme-Preis prämiert wurden.

Sein jüngstes Werk heißt „Junges Licht“ (Deutschland, 2016) und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ralf Rothmann (*1953).

„Junges Licht“ spielt in Dortmund – kurz vor dem Strukturwandel und ’68. Der zwöfjährige Julian verbringt mit seinem Vater, dem Bergmann Waller, einen Sommer allein in der Mietwohnung, während Schwester und Mutter an die See fahren. Auf sich allein gestellt lernen Julian und Waller allerhand kennen: über (zum Teil unerwünschte) erotische Nachstellungen, Freundschaft und Familie. Als Zuschauer erfährt man zudem noch einiges über den Kohlebergbau, das Koksen und das katholische Arbeitermilieu – oder vielleicht doch eher darüber, wie diese Vergangenheit heute gesehen wird? Eine sehenswerte Hommage an das alte Ruhrgebiet jedenfalls.