Perlen der Wikipedia (iii)

Angesichts dieser Gefahr und nach der vergeblichen Anforderung von Schutztruppen in Glogau beschloss die einberufene Gemeindeversammlung am 5. Januar 1919 im Gasthaus Wolff die Proklamation der Unabhängigkeit des neutralen „Freistaats Schwenten“. Direkt im Anschluss daran wurden die Verhandlungen mit den Nachbardörfern Kiebel und Obra aufgenommen und ein Nichtangriffspakt mit den örtlichen polnischen Kommandanten erwirkt. Pfarrer Emil Gustav Hegemann wurde zum Präsidenten und Außenminister, Bürgermeister Drescher zum Innenminister ernannt. Förster Teske fungierte als „Kriegsminister“. Die Pläne zum Aufbau einer „Marine“ unter Führung des Dorffrisörs waren gegenstandslos, solange der See zugefroren war. Eine Verfassung und Gesetze wurden erlassen; der Finanzminister verabschiedete unter schwierigen Umständen einen Haushalt, denn die Haupteinnahmequelle des Freistaates, die Herstellung und der Handel mit Bier, blieben unbesteuert. Der Gastwirt Schulz hätte dem Schwentener Parlament, welches in seinem Gasthaus tagte, ansonsten kein Freibier mehr ausgeschenkt.

(Mehr, auch zum Gedenkkult in der NS-Zeit, im Lemma Freistaat Schwenten.)

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