Wolfsburg: Supermarkt statt Gedenkstätte

Als im Wolfsburger Stadtteil Laagberg im letzten Jahr Tiefbauarbeiten für ein neuen Supermarktkomplex begannen, stieß man auf ein mehr als unrühmliches Kapitel der Stadtgeschichte: Die Volkswagenwerke hatten seit 1941 neben Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen auch KZ-Häftlinge in ihrer Produktion eingesetzt. In diesem Zusammenhang betrieb das KZ Neuengamme (Hamburg) während der letzten beiden Kriegsjahre in Fallersleben-Laagberg (Wolfsburg) ein sogenanntes Außenlager. 

Nach dem Ende des ‚Dritten Reiches‘ wurden die Baracken bis in die 1960er-Jahre genutzt, zum Teil als Kindertagesstätte. Danach gerieten sie anscheinend in Vergessenheit, ihre Fundamente wurden jedenfalls erst beim erwähnten Supermarktbau wiederentdeckt. Seit Mai schwelte in Wolfsburg eine Kontroverse über den weiteren Fortgang der Arbeiten beziehungsweise um die Frage, wie in diesem nun doch etwas speziellen Kontext ein vernünftiges Gedenkkonzept erstellt werden könnte (siehe zu alldem ein Bericht des Deutschlandfunks vom 22. Mai 2017).

Gestern Abend nun fällte der Wolfsburger Stadtrat eine Entscheidung. Dem Beschluss zufolge sollen, wie die Taz kritisch bemerkt, die Ruinen gewissermaßen umziehen.

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