Sklaverei im Computerspiel?

Eine der bekanntesten, langlebigsten und kommerziell erfolgreichsten Wirtschaftssimulationen überhaupt wird mit Anno 1800 das Zeitalter der Industrialisierung spielbar machen, aber Sklaverei und Sklavenhandel weitestgehend, wenn nicht sogar komplett, aus seiner Spielwelt verbannen — zum einen, weil das den historischen Tatsachen entspräche, zum anderen, weil es nicht ethisch vertretbar sei, SpielerInnen „auf den Weg des Sklavenhalters zu zwingen“.

(Hier der Link zum vollständigen Blogbeitrag auf Archaeogames)

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Gedenken an NS-Verfolgte in Münster – Neue App vorgestellt

Wie in vielen anderen Städten erinnern in Münster sogenannte Stolpersteine an Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Gestern wurde eine App vorgestellt, mit deren Hilfe sich diese Form des Gedenkens leichter erschließen lässt.

Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Frieden im Jahr 2018

Lassen sich Linien und Lehren ziehen aus den Jahren 1618-1648 bis in das Jahr 2018? Die Meinungen gehen auseinander:

Der damalige Außenminister und heutige Bundespräsident Steinmeier sah 2016 bei den Osnabrücker Friedensgesprächen und auch auf dem Hamburger Historikertag – bei aller Vorsicht – gewisse Parallelen und Anhaltspunkte. Für Herfried Münkler liegt die Sache (mal wieder?) ganz klar.

Dass man nicht jeder Geschichtsthemensetzung aus Politik und Politologie folgen muss – dafür aber vielleicht die aktuelle Forschung lesen -, hat der Historiker Volker Reinhardt schon vor einiger Zeit in der NZZ herausgestellt. Mit Peter Wilson legt ein weiterer Fachmann nach – in einem lesenswerten Interview mit der taz.

 

„This opportunistic instrumentalization of history…“

James Kirchick ist ein Journalist und Publizist, dessen Expertise auf der Außenpolitik liegt – und ein ziemlicher Freigeist. Als Neokonservativer unterstützte er Hillary Clinton, bei einem Interview mit dem Kreml-Sender „Russia Today“ spricht er auch gern einfach mal mehrere Minuten – ungefragt – über die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland.

 

Zum Jahresende hat er sich auf politico die deutsche Außenpolitik vorgeknöpft, die er für nationalistisch hält und scheinheilig. In von Faz.net heute veröffentlichten Übersetzung heißt es:

Heute sind die Deutschen die einzigen, die Angst vor Deutschland haben. Diese opportunistische Instrumentalisierung der Geschichte – wonach Pazifismus und nicht die Bekämpfung von Diktaturen die wichtigste Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg darstellt – bietet ihnen ein bequemes und moralistisches Alibi gegenüber der Pflicht, globale Verantwortung zu übernehmen.

 

 

Ist die Treuhand ein ostdeutscher Erinnerungsort?

Dieser Frage gingen Constantin Goschler und Marcus Böick (Ruhr-Universität Bochum) nach, und zwar im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die (auch methodisch sehr spannende) Studie kann man direkt auf der Ministeriumsseite herunterladen.

Vom Geschichtsbild Jaroslaw Kaczynskis

Auch wenn er kein Regierungs- oder Staatsamt inne hat – Jaroslaw Kaczynski dürfte Polen faktisch regieren. Umso interessanter ist der Einblick in sein Geschichtsbild, den der Vorsitzende der Partei PiS Konrad Schuller von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gewährte. Darin spielt nicht nur Marschall Pilsudski – Polens starker Mann der Zwischenkriegszeit – eine wichtige Rolle, sondern auch Niccolo Machiavelli und Carl Schmitt.

 

Wenn ein Einzelner die Erinnerung wach halten muss

Faz.net bringt ein tolles Portrait von Marģers Vestermanis, der 1925 in Riga geboren wurde. Als Sohn einer deutschsprechenden jüdischen Familie überlebte er das Rigaer Ghetto, die lettischen KZ, Todesmärsche und schließlich auch die Zeit als Partisan im kommunistischen Widerstand – er überlebte als Einziger seiner Familie und einer der wenigen Juden in Lettland überhaupt. Nach dem Krieg erforschte und erinnerte Vestermanis an das Schicksal der Juden in Lettland, trotz aller Repressionen, und auch noch als 92jähriger.