Die taz nimmt es mit Humor

 

Auch auf geschichtskultur. stand Steinmeier schon im Verdacht…

 

Wann es wohl mit den weniger humorvollen Weimar-Vergleichen losgeht?

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Must Rhodes Fall?

Cecile Rhodes (1853-1902) war Unternehmer, Mäzen, Politiker – und ein rassistischer Imperialist. Unter anderem war das heutige Simbabwe mal nach ihm benannt (Rhodesien).

In den letzten Jahren wird vermehrt darüber gestritten, ob ihm zu Ehren errichtete Denkmäler entfernt werden sollen. Faz.net brachte – schon vor einigen Wochen, ich komme hier gerade leider zu nichts – ein Interview mit dem Oxfordstudenten Max Harris, der ein Stipendium erhielt, das von Rhodes gestiftet und nach ihm benannt ist. Harris ist dabei alles andere als ein Rhodes-Fan, ein interessanter Einblick in eine fremde (Geschichts-)Debattenkultur.

Sinnvolle Vergleiche? Antike und Gegenwart

„Stehen China und die USA vor einem bewaffneten Konflikt?“, fragte gestern der Politikwissenschaftler Stefan Bierling in der Neuen Zürcher Zeitung. Dabei ging es überraschenderweise auch um das Verhältnis von Antike und Gegenwart, das in dieser Sammlung bereits öfter Thema war. Denn Bierling, Professor für Internationale Politik an der Universität Regensburg, bezog sich dabei unter anderem auf geschichtswissenschaftliche Erkenntnisse:

Der griechische Historiker Thukydides ist dafür Kronzeuge. Er schrieb über den Ausbruch des Peloponnesischen Kriegs im 5. Jahrhundert vor Christus: «Es waren der Aufstieg Athens und die Furcht, die das in Sparta auslöste, was den Krieg unausweichlich machte.» Graham Allison von der Harvard-Universität hat in seinem neuen Buch «Für Krieg bestimmt: Können Amerika und China der Thukydides-Falle entkommen?» sechzehn vergleichbare Rivalitäten der vergangenen 500 Jahre analysiert. Das Ergebnis: Bis auf vier endeten alle mit Krieg. Allison hält einen militärischen Konflikt zwischen den USA und China in den kommenden Jahrzehnten für wahrscheinlich.

Solche Vergleiche – präziser vielleicht: Analogiebildungen – kritisiert dagegen der Althistoriker Roland Steinacher in einem Interview mit der Taz; wobei der Bezugspunkt ein anderer ist, geht es doch (einmal mehr) um die Völkerwanderung.

1972 und die Gegenwart

Die Neue Zürcher Zeitung berichtetet von einem diplomatischen Vorstoß des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic: Er fordert eine Beilegung des seit 1912 schwelenden Konfliktes um die Unabhängigkeit des Kosovo. Als Vorbild soll der Grundlagenvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR dienen, der 1972 abgeschlossen wurde. (Ein Blick in das Urteil des Bundesverfasssungsgerichts vom 31. Juli 1973 lässt den Vorbildcharakter m.E. indessen etwas fraglich erscheinen…)

Zum 100. Jahrestag der (Dritten) Flandernschlacht

In Ypern gedenken seit gestern Belgier, Deutsche, Briten und andere Nationen des Commonwealth einer der grausamsten Schlachten an der Westfront des Ersten Weltkrieges. Bundesaußenminister Gabriel fragt zudem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach den Lehren aus diesen Verheerungen – vor allem wohl in Anbetracht der nahenden Bundestagswahl:

Wir wissen, dass eine Steigerung von Militärausgaben nicht gleichbedeutend mit mehr Sicherheit ist. Wir wissen, dass die großen Konflikte und Krisen unserer Zeit nicht militärisch, sondern nur politisch zu lösen sind. Deshalb setzen wir das Thema Abrüstung auf die internationale Agenda, wo andere in Ost und West wieder nur auf Aufrüstung setzen. Deshalb werden wir nicht aufgeben, beharrlich und geduldig daran zu arbeiten, den Konflikt in der Ostukraine mit den Mitteln der Diplomatie zu überwinden und dafür immer wieder um Unterstützung unserer Partner zu werben.

 

 

Bismarck und der halbe Hegemon im Jahr 2015

Bundesarchiv Bild 183-J0320-0500-001, Otto von Bismarck in seinem Arbeitszimmer

[Otto von Bismarck in seinem Arbeitszimmer; Bundesarchiv, Bild 183-J0320-0500-001 / CC-BY-SA 3.0; via Wikimedia Commons]

Wenn der Bundesfinanzminister mit Historikern über die Vorbildfunktion Bismarcks streitet, scheint ein interessanter Sammelband herauszukommen.