Zur Zukunft der Monografie

Gutenberg Bible, Lenox Copy, New York Public Library, 2009. Pic 01[Das älteste Druckwerk der Welt: Eine Erstausgabe der Gutenberg-Bibel (um 1455) in der Lenox Library; Kevin Eng via wikicommons, CC-BY-SA-2.0]

Auf der Homepage der Süddeutschen Zeitung kann man nachlesen, warum Norbert Frei, der Autor des Standardwerkes „Vergangenheitspolitik“, die neue Open-Access-Initative der Bundesbildungsministerin ganz und gar nicht überzeugt.

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Zur Zukunft der Archive…

… brachte der Deutschlandfunk gestern einen Beitrag (via archivalia):

330 Kilometer Akten lagern hier. Welches Dokument in dieses Bundesarchiv kommt, und wer es dort einsehen darf, ist durch das Bundesarchivgesetz geregelt. Viele Jahre lang hatte niemand etwas an diesem Gesetz auszusetzen, doch nun fordert die Digitalisierung auch hier ihren Tribut: Archivgut ist längst nicht mehr nur aus Papier. Das wirft Fragen darüber auf, was in welcher Form am besten aufbewahrt werden sollte. Der Bundestag wird im September direkt nach der Sommerpause eine Neufassung des Bundesarchivgesetzes verhandeln. (DLF; s.o.)

Das Bundesarchiv plant derweil ein großes Digitalisierungsprojekt zur Weimarer Republik.

In beiden Zusammenhängen stellt sich mir nun die Frage nach den Folgen für die tatsächliche Forschungsarbeit (genauer gesagt: in Bezug auf die Heuristik); Folgen, die im Deutschlandfunkbeitrag leider nicht thematisiert wurden.

Kurz und knapp formuliert: Wie oft werden wohl noch jene analogen Archivgüter analysiert werden, die nicht digitalisiert und vor allem: frei zugänglich im Netz vorliegen (da übersehen oder zum Zeitpunkt der Digitalisierung scheinbar unwichtig)? Was bedeutet eine solche Engführung, die sich aus Pragmatik und Bequemlichkeit ergeben wird, für die Forschung? (Geht bald noch jemand, wenn Findbücher nicht mehr gebraucht werden, Wege wie im Fall Kurras?) Und inwiefern ist Forschenden und Vermittelnden angesichts der scheinbaren Allverfügbarkeit noch bewusst, dass Archive vielfache Selektionsaufgaben haben? Die gesperrten Bestände z.B., dürften in den digitalen Sammlungen kaum erwähnt werden…