Unhaltbarkeiten

Selbst der Wiederaufbau einer Kirche, von den Briten wohlwollend unterstützt, wird noch in den Dreck gezogen.

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Über Björn Höcke wurde die Tage schon viel geschrieben (selbst bei VICE) und vor allem auch über die Sachfehler seiner in Dresden gehaltenen Rede.

Sie ist falsch in jedem Sinne, noch in den letzten Verästelungen.

Der von Markus Mohr schon zu recht thematisierte Wiederaufbau der Frauenkirche war für uns Patrioten ein Hoffnungsschimmer dafür, dass es ihn doch noch gibt, diesen kleinen Funken deutschen Selbstbehauptungswillen.

Selbst der Wiederaufbau einer Kirche, von den Briten wohlwollend unterstützt, wird noch in den Dreck gezogen.

Es ging eben nicht darum, wie Jasper von Altenbockum meinte, dass ein hessischer Oberstudienrat mit thüringischem Landtagsmandat die Kapriolen Walsers oder Augsteins wiederholte.

Es geht um sehr viel mehr; um nichts weniger nämlich, als Deutschlands Verbleib in der Atlantischen Welt. Und diese ist mehr als gefährdet, wie Martin Sabrow mit Blick auf die geschichtspolitischen Verwerfungen in Europa schreibt. In Bezug auf Dresden und die dortige AfD-Versammlung beobachtet er zudem:

Ihr Sprecher [Höcke] lehnt sich an den nationalsozialistischen Führerkult an, indem er sich zum Messias stilisiert, der aus seiner Erfurter Einsamkeit auf die Suche nach Gefolgschaft gegangen war, bis er „mit (m)einer kleinen Thüringer Gruppe dann endlich den Pegida-Spaziergang gefunden hatte“, der ihm zur mythischen Geburt eines neuen Marsches auf Berlin wird.

Von Westalgie, der Sehnsucht nach der Bonner Republik (so die FAZ noch vor der letzten Bundestagswahl), ist die „Alternative für Deutschland“ längst nicht mehr motiviert.

Lamborghini – Geschichtskultur im Zeichen des Stiers

Wikilamgtv

[Lamborghini GTV 350; Foto: Alfone45 für Wiki Commons]

Zum 100. Geburtstag des Autobauers Ferruccio Lamborghini veröffentlichte faz.net gestern eine kleine Reportage, die nicht nur wundervolle Fotos von schönen Autos zeigt, sondern auch viel Geschichte erzählt.

Ferruccio Lamborghini hatte im Zweiten Weltkrieg als Mechaniker in der italienischen Luftwaffe gedient. Nach 1945 baute er aus Kriegsgerät Traktoren. Er war also jemand, der, wie ihm verlinkten Artikel beobachtet wird, „Schwerter in Pflugscharen wandelte“.

Collection Panini Maserati 0111

[Früher Lamborghini-Traktor im Laborghini und Maserati Museum Modena; Foto Arnaud25 für Wiki Commons]

Ab 1963 konstruierte er dann Sportwagen. Insbesondere der Countach von 1974 brach mit allen bisherigen Formen des Automobildesigns. Eine Fortsetzung des Aerofuturismo? (Siehe dazu nochmal den Beitrag über „Porco Rosso“ (Japan, 1992))

Countach Autostadt

[Lamborghini Countach LP 4000 in der Wolfsburger Autostadt; Foto countanchinfo.de für Wiki Commons]

Ferruccio Lamborghini verstarb 1993. Schon Jahre zuvor hatte er seine Autobaufirma, die heute zum Volkswagen-Konzern gehört, verkauft. Seine Designobjekte stehen heute in Museen.