Vom Geschichtsbild Jaroslaw Kaczynskis

Auch wenn er kein Regierungs- oder Staatsamt inne hat – Jaroslaw Kaczynski dürfte Polen faktisch regieren. Umso interessanter ist der Einblick in sein Geschichtsbild, den der Vorsitzende der Partei PiS Konrad Schuller von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gewährte. Darin spielt nicht nur Marschall Pilsudski – Polens starker Mann der Zwischenkriegszeit – eine wichtige Rolle, sondern auch Niccolo Machiavelli und Carl Schmitt.

 

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Emmanuel Macron – eher ein Royalist als ein Sozialist?

Diese These vertreten zumindest die Financial Times (12.06.2017) und Le Point (20.08.2016).


Louis XIV, King of France, after Lefebvre - Les collections du château de Versailles

[Macrons Vorbild? Ludwig XIV. auf einem Gemälde von Claude Lefèbvre um 1670]

Bundestagswahl zum Zweiten

Die FAZ berichtete von einem Podiumsgespräch, das Martin Schulz auf der Leipziger Buchmesse mit dem Historiker Volker Weiß führte. Es ging um Ernst Jünger – aber wohl vor allem um den Ersten Weltkrieg, was zu den bisherigen Vermutungen über die Geschichtsinteressen des Kanzlerkandidaten passt.

Extremsport und Zeitregimes

Was treibt einen Menschen dazu, sich in einem fledermausartigen Jumpsuit von einer Klippe zu stürzen und mit 200 km/h über die Schweizer Berglandschaft zu gleiten? Oder minutenlang ohne Sauerstoffversorgung in Untiefen zu tauchen? Oder mit dem Rennrad durch die USA zu fahren – fast 5000 Kilometer, in neun Tagen?

Am (sehr späten) Mittwochabend sendete die ARD eine ganz wundervolle Dokumentation („Leben am Limit“), die diese Fragen beantwortet. So viel sei verraten: Der Gedanke an die Ewigkeit spielt eine gewichtige Rolle.

Ein Gespräch über das Altern

Die Neue Zürcher Zeitung brachte am Wochenende ein Interview mit dem Kulturwissenschaftler Robert Harrison. Er diagnostiziert ein verbreitetes und gesellschaftlich akzeptiertes Desinteresse daran, erwachsen zu werden. Ihm und dem damit einhergehenden Traditionsverlust stellt Harrison sein Konzept der „kulturellen Neotenie“ entgegen.

Die Thesen triefen natürlich vor Pessimismus. Bezüglich Deutschland lässt die letzte Shell-Studie auch laute Zweifel anmelden. Aber interessant sind einige Überlegungen schon – und einschlägig für diesen Blog ohnehin. Lesen!

Mario Vargas Llosas Geschichtsbetrachtung

Mario Vargas Llosa[Mario Vargas Llosa im April 2005; Manuel González Olaechea y Franco für WikiCommons, CC-BY-SA-3.0]

Die Neue Zürcher Zeitung führte die Tage ein Interview mit Mario Vargas Llosa, in dem man viel darüber erfährt, was der Literaturnobelpreistäger über Geschichte – und insbesondere über die Zukunft – denkt.

(Hier auch nochmal der Hinweis auf den Beitrag zu Janne Teller.)

Seltene Quelle zum Geschichtsbewusstsein entdeckt

Der Gegenbegriff zur (kollektiven) Geschichtskultur ist der des (individuellen) Geschichtsbewusstsein. Auch hier, im Fall des Einzelnen, geht es grundsätzlich um die Frage, nach welchen Parametern, Kategorien und Dispositionen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammengedacht bzw. – salopper  formuliert – unter einen Hut gebracht werden.

Das Geschichtsbewusstsein ist sehr viel schwieriger zu analysieren als die Geschichtskultur. Denkmäler, Museen, Spielfilme oder Lehrpläne sind beobachtbar, wie dieser Blog zeigt. Doch in den Kopf von Menschen zu schauen, ist nur Neurologen möglich. Und ob deren Messungen tatsächlich die komplexen mentalen Operationen des Geschichte Erzählens erfassen, darf bezweifelt werden.

Als einzige (und äußert seltene) Quelle bleiben Selbstauskünfte, wie sie bisher vor allem der Geschichtsdidaktiker Bodo von Borries erhoben hat. Eine solche Selbstauskunft, noch dazu einer professionellen Erzählerin, hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung am heutigen 9. Mai 2016 veröffentlicht:

http://www.faz.net/-gqz-8gtll