Cocktails und Geschichtskultur

 

In Londoner Pubs wird mittags Bier getrunken, in New York trinkt da jeder Cola. In London stehen die Leute nach der Arbeit auf der Straße vor dem Pub und trinken ihr Feierabendbier, bevor sie zum Abendessen nach Hause gehen. In New York wäre das undenkbar, auf der Straße zu trinken ist sogar verboten. In Skandinavien und Deutschland trinken die Menschen enorme Mengen Bier, aber sie tun es gemeinsam und singen sogar dabei. In den USA trinkt man eher allein und spät nachts. Das verrät schon einiges über die Gesellschaft. Der Cocktail ist einfach sehr amerikanisch: Er ist klein, individuell und effizient in der Wirkung. Du gehst in die Bar, und bäng, schon bist du wieder draußen. Man trinkt ihn schnell. Schon immer.                  

(Aus einem Interview mit dem Anglisten David David Wondrich im SZ-Magazin.)

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Mad Men

Eine Persiflage auf den American Dream; eine Reflexion über Gender- und Racefragen; eine Erzählung über die USA zwischen Kuba-Krise und Woodstock; eine Inszenierung schmaler Anzüge und taillierter Röcke; eine einzige Schleichwerbung für Jameson und Lucky Strike – „Mad Men“ ist Geschichtskultur pur.

Die Forschung hat sich dem Thema bereits angenommen, jüngst etwa Elisabeth Bronfen, deren Werk auf H-Soz-Kult jedoch nicht allzu positiv rezensiert wurde.