Wolfsburg: Supermarkt statt Gedenkstätte

Als im Wolfsburger Stadtteil Laagberg im letzten Jahr Tiefbauarbeiten für ein neuen Supermarktkomplex begannen, stieß man auf ein mehr als unrühmliches Kapitel der Stadtgeschichte: Die Volkswagenwerke hatten seit 1941 neben Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen auch KZ-Häftlinge in ihrer Produktion eingesetzt. In diesem Zusammenhang betrieb das KZ Neuengamme (Hamburg) während der letzten beiden Kriegsjahre in Fallersleben-Laagberg (Wolfsburg) ein sogenanntes Außenlager. 

Nach dem Ende des ‚Dritten Reiches‘ wurden die Baracken bis in die 1960er-Jahre genutzt, zum Teil als Kindertagesstätte. Danach gerieten sie anscheinend in Vergessenheit, ihre Fundamente wurden jedenfalls erst beim erwähnten Supermarktbau wiederentdeckt. Seit Mai schwelte in Wolfsburg eine Kontroverse über den weiteren Fortgang der Arbeiten beziehungsweise um die Frage, wie in diesem nun doch etwas speziellen Kontext ein vernünftiges Gedenkkonzept erstellt werden könnte (siehe zu alldem ein Bericht des Deutschlandfunks vom 22. Mai 2017).

Gestern Abend nun fällte der Wolfsburger Stadtrat eine Entscheidung. Dem Beschluss zufolge sollen, wie die Taz kritisch bemerkt, die Ruinen gewissermaßen umziehen.

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Das Reformationsjubiläum – ein geschichtskultureller Flop?

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet vom mangelnden Publikumsinteresse am Reformationsjubiläum. Dem Artikel zufolge könnte die fehlende theologische Profilierung der Grund sein (zitiert wird Friedrich Wilhelm Graf, dem sein Merkur-Artikel aus dem Mai 2016 hoffentlich allmählich Leid tut).  Andernfalls komme, so heißt es bei der F.A.S. weiter, auch schlichtweg eine Übersättigung nach einer ganzen Dekade des Luthergedenkens in Frage (das hatte bereits Achim Landwehr prognostiziert, Stichwort: „Jubiliäumitis“).

Perlen der Wikipedia (v)

Der Film kostete den Südwestfunk etwa 10 Millionen DM (umgerechnet ca. 5 Millionen €). Das war für die damaligen Verhältnisse teuer, was auch später der Rechnungshof Baden-Württemberg monierte. So hinterfragte er unter anderem, ob es wirklich notwendig gewesen sei, für die Dreharbeiten eine aufwändig handgestickte Regimentsfahne zu verwenden.

(Lemma „Lenz oder die Freiheit“)

„Wird die Waldemarsmauer bald verschleudert wie ein defizitäres Schwimmbad?“

Das Danewerk ist ein einzigartiges Denkmal: Ein System von Mauern, Wällen und Festungsanlagen, dessen Anfänge bis in das 8. Jahrhundert zurückreichen. Es diente Karl dem Großen und noch im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864.

Auf dem Geschichtsblog SH schreibt Jan Wieske darüber, wie der Landkreis Schleswig-Flensburg allen Ernstes versucht, dieses Denkmal zu verkaufen – mittlerweile will der Kreis gar draufzahlen…

(Via archivalia.hypotheses.org)