Slime wird denkmalwürdig

Am Hamburger Dammtor wurde 1936 ein Kriegerdenkmal errichtet, dass den Soldatentod im Ersten Weltkrieg aus nationalsozialistischer Perspektive (v)erklärt: „Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen.“

Fünfundvierzig Jahre später machte die Punk-Rocker von Slime daraus aus ihren einzigen großen Hit: „Deutschland muss sterben, damit wir leben können.“ (Wiederum neunundzwanzig Jahre später, 2000, fällte das Bundesverfassungsgericht ein Urteil, demzufolge das Stück unter die Kunstfreiheit fällt.)

Mittlerweile sind die Punker so alt geworden, dass ihnen die FAZ in ihrem neuen Magazin (Quarterly) selbst eine Art Denkmal setzt.

München, Punks und der Sommer von 1981

Bundesarchiv B 145 Bild-F054524-0019, München, CSU-Wahlkongress, Strauß
[Feindbild der Aktivisten: Franz-Josef Strauß; Bundesarchiv, B 145 Bild-F054524-001, CC-BY-SA 3.0]

Der Bayerische Rundfunk sendete am Samstag ein Radio-Feature über ein fast vergessenes Kapitel der Bonner Republik: die Jugendrevolte „Freizeit 81“ in München (hier nachzuhören oder für die Smartphonenutzer lieber hier). Es geht um Atomkraft, Mietpreissteigerung, Oktoberfestattentat und NATO-Doppelbeschluss, aber eben auch um linksradikale Gewalt; es geht um Ideale und die Frage, was aus ihnen wurde – und um eine Subkultur, deren Codes heute den Mainstream prägen und deren Techniken das Bloggen vorwegnahmen. Dazu gibt’s noch ne Menge tolle Musik. Anspieltipp!