Ruhrpott auffer Leinwand

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[Adolf Winkelmann vor ’seinem‘ Dortmunder U; Wuselig für Wikimedia CC-BY-SA-3.0]

Auf dem Dach der ehemaligen Union-Brauerei in Dortmund, weithin sichtbar durch ihr großes und leuchtendes U, thront seit der RUHR.2010 eine Videoinstallation. Verantwortlich dafür ist der Künstler Adolf Winkelmann (*1946). Wenn er nicht gerade Industriekultur verschönert, dreht Winkelmann Filme, von denen schon einige mit dem Grimme-Preis prämiert wurden.

Sein jüngstes Werk heißt „Junges Licht“ (Deutschland, 2016) und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ralf Rothmann (*1953).

„Junges Licht“ spielt in Dortmund – kurz vor dem Strukturwandel und ’68. Der zwöfjährige Julian verbringt mit seinem Vater, dem Bergmann Waller, einen Sommer allein in der Mietwohnung, während Schwester und Mutter an die See fahren. Auf sich allein gestellt lernen Julian und Waller allerhand kennen: über (zum Teil unerwünschte) erotische Nachstellungen, Freundschaft und Familie. Als Zuschauer erfährt man zudem noch einiges über den Kohlebergbau, das Koksen und das katholische Arbeitermilieu – oder vielleicht doch eher darüber, wie diese Vergangenheit heute gesehen wird? Eine sehenswerte Hommage an das alte Ruhrgebiet jedenfalls.