Was bleibt?

Einen großen Teil meines Lebens habe ich mich mit dem Reformator Thomas Müntzer befasst, dem Anführer der Bauernkriege im 16. Jahrhundert. In der DDR haben sie einen Sozialisten aus dem gemacht und in jedem Dorf Straßen und Plätze nach ihm benannt. Das ist Unsinn! Von meiner Forschung wird aber letztendlich nichts bleiben. Andere werden meine Ergebnisse überschreiben. Bücher bedeuten keine Unsterblichkeit und mein Eintrag bei Wikipedia auch nicht.

(Der in einem Hospiz lebende Reformationshistoriker Siegfried Bräuer gegenüber der taz.)

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Das Reformationsjubiläum – ein geschichtskultureller Flop?

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet vom mangelnden Publikumsinteresse am Reformationsjubiläum. Dem Artikel zufolge könnte die fehlende theologische Profilierung der Grund sein (zitiert wird Friedrich Wilhelm Graf, dem sein Merkur-Artikel aus dem Mai 2016 hoffentlich allmählich Leid tut).  Andernfalls komme, so heißt es bei der F.A.S. weiter, auch schlichtweg eine Übersättigung nach einer ganzen Dekade des Luthergedenkens in Frage (das hatte bereits Achim Landwehr prognostiziert, Stichwort: „Jubiliäumitis“).