Rechtsstreit um Rezension

Erstmals hat das Rezensionsportal H-Soz-Kult eine Rezension vom Netz genommen – auf Grund eines Rechtsstreites. Im Kern geht es um zweierlei: die Darstellung nationalsozialistischer Verbrechen sowie die Kommunikation in der Geschichtswissenschaft, vor allem im digitalen Zeitalter. Dass die Angelegenheit sehr viel komplizierter sein dürfte, als es zunächst schien, stellt Ben Kaden in einem Blogbeitrag auf Libreas dar.

 

Nachtrag vom 19.03.2017:

Bei Erbloggtes findet sich eine sehr kritische Auseinandersetzung mit Reitzensteins Dissertation, aber auch mit dem Weg, den H-Soz-Kult in der juristischen (Nicht-)Auseinandersetzung eingeschlagen hat.

 

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Kann man aus der Antike lernen?

Acropolis - from Temple of Zeus (13309584094)

[Akropolis in Athen; George Rex für WikiCommons, CC-BY-SA-2.0]

Ja – meint zumindest Josiah Ober von Universität Stanford. Ihm zufolge lassen sich durchaus Lehren ziehen aus dem Aufstieg der griechischen Stadtstaaten in der Zeit der Klassik. Politische Teilhabe, garantierte Eigentumsrechte, stabile Institutionen und mit alldem einhergehend: Zukunftsvertrauen scheinen wichtige Wohlfahrtsfaktoren zu sein.

Uwe Walter hat dieses neue, der Big History zuzurechnende Werk auf sehepunkte.de rezensiert.

Schweizer Gegenwart und Vergangenheit

Auf H-Soz-Kult veröffentlichte Michael Junker (Universität Luzern) eine Rezension zur Dissertation von Philippe Rogger über „Geld, Krieg und Macht“ (Baden 2015). Der Rezensent erläuert darin, wie sich in Vergangenheitsbetrachtungen politische Bedürfnisse der Gegenwart spiegeln. Konkret geht es dabei um das Eidgenössische Söldnerwesen im frühen 16. Jahrhundert, dessen ‚innenpolitsche‘ Wirkung und die ökonomische Einbindung der Schweiz in den Wirtschaftsraum Europa.

http://www.hsozkult.de/review/id/rezbuecher-24928?title=p-rogger-geld-krieg-und-macht&recno=5&q=&sort=&fq=&total=13738

Einen dystopischen Gegenentwurf zum nationalkonservativen Isolationismus der Marke SVP bietet bekanntermaßen Christian Krachts kontrafaktischer Geschichtsroman „Ich werde hier sein im Sonnenschein und Schatten“ aus dem Jahr 2008. Dieser wiederum ist nicht ganz ohne realhistorischen Hintergrund, siehe dazu die Arbeit von Lukas Zürcher, Die Schweiz in Ruanda, Zürich 2013 (rezensiert u.a. von http://www.hsozkult.de/review/id/rezbuecher-21786?title=test-url-titel).