Rio Reisers Todestag

Als seine Freunde am 1. September Abschied nahmen, wurde auch ein  Kapitel deutscher Musikgeschichte zu Grabe getragen. Zerissen zwischen revolutionärem Anspruch und den kommerziellen Realitäten, verkörpert Rio selbst in seinem Scheitern ein deutsches Schicksal.

(Rolling Stone 10/1996, zitiert nach der Scherbenfamily)

Rio Reisers Werk – und das der ihn umgebenden Scherben – ist historisch. Sei es als Quelle („Keine Macht für Niemand„), sei als Produkt der Vergangenheitsbewältigung („Ich will nicht werden, was mein Alter ist„), sei es als Fortschreibung hegelianischer Geschichtsphilosophie („Der Traum ist aus„). Und er ist selbst, wie wir oben sehen bereits kurz nach seinem Tode, zu einer geschichtskulturellen Ikone (v)erklärt worden.

Vor zwanzig Jahren ist Rio Reiser gestorben. In der taz erinnern sich Wegfährten und Freude an ihn.

Ob er, wie der eingangs zitierte Rolling Stone meinte, tatsächlich gescheitert ist, wage ich zu bezweifeln. Rio Reiser dürfte nämlich der wohl meistgecoverteste Liedermacher (sprich: deutschsprachig) der letzten beiden Jahrzehnte gewesen sein. In meinen Ohren klingen die meisten Interpretationen leider ziemlich mies. Aber Grönemeyers „Übers Meer“ – gesungen auf der erwähnten Abschiedsfeier – hat doch etwas für sich:

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„Shakespeare Lives“

William Shakespeare starb 1616 in Stratford-upon-Avon. Die BBC widmet ihm einen eigenen Programmschwerpunkt. Die meisten Beiträge, darunter hochklassige Theateraufführungen, sind auch aus anderen europäischen Ländern abrufbar.