Must Rhodes Fall?

Cecile Rhodes (1853-1902) war Unternehmer, Mäzen, Politiker – und ein rassistischer Imperialist. Unter anderem war das heutige Simbabwe mal nach ihm benannt (Rhodesien).

In den letzten Jahren wird vermehrt darüber gestritten, ob ihm zu Ehren errichtete Denkmäler entfernt werden sollen. Faz.net brachte – schon vor einigen Wochen, ich komme hier gerade leider zu nichts – ein Interview mit dem Oxfordstudenten Max Harris, der ein Stipendium erhielt, das von Rhodes gestiftet und nach ihm benannt ist. Harris ist dabei alles andere als ein Rhodes-Fan, ein interessanter Einblick in eine fremde (Geschichts-)Debattenkultur.

Zum 100. Jahrestag der (Dritten) Flandernschlacht

In Ypern gedenken seit gestern Belgier, Deutsche, Briten und andere Nationen des Commonwealth einer der grausamsten Schlachten an der Westfront des Ersten Weltkrieges. Bundesaußenminister Gabriel fragt zudem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach den Lehren aus diesen Verheerungen – vor allem wohl in Anbetracht der nahenden Bundestagswahl:

Wir wissen, dass eine Steigerung von Militärausgaben nicht gleichbedeutend mit mehr Sicherheit ist. Wir wissen, dass die großen Konflikte und Krisen unserer Zeit nicht militärisch, sondern nur politisch zu lösen sind. Deshalb setzen wir das Thema Abrüstung auf die internationale Agenda, wo andere in Ost und West wieder nur auf Aufrüstung setzen. Deshalb werden wir nicht aufgeben, beharrlich und geduldig daran zu arbeiten, den Konflikt in der Ostukraine mit den Mitteln der Diplomatie zu überwinden und dafür immer wieder um Unterstützung unserer Partner zu werben.

 

 

Kunst, Kommerz und Vergangenheitsbewältigung…

… waren schon vor einiger Zeit (am 13. Februar) ein Thema im Guardian:

“There is an unprecedented interest being shown in German contemporary art,” said a Sotheby’s spokesman. “To have such a representation from one country is remarkable given today’s globalised art world.”

Der Brexit im historischen Vergleich

British Empire evolution3

[Entwicklung des Britischen Empires von 1492-2007; Gerrynobody für die englische Wikipedia via WikiCommons]

Neues zum Thema Brexit und Geschichte: In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fasst Patrick Bahners zusammen, wie auf den Inseln über die historische Dimension des Brexits geschrieben wird (u.a. wird Bezug genommen auf einer Analyse der Wirtschaftshistorikerin Victoria Bateman).

Cocktails und Geschichtskultur

 

In Londoner Pubs wird mittags Bier getrunken, in New York trinkt da jeder Cola. In London stehen die Leute nach der Arbeit auf der Straße vor dem Pub und trinken ihr Feierabendbier, bevor sie zum Abendessen nach Hause gehen. In New York wäre das undenkbar, auf der Straße zu trinken ist sogar verboten. In Skandinavien und Deutschland trinken die Menschen enorme Mengen Bier, aber sie tun es gemeinsam und singen sogar dabei. In den USA trinkt man eher allein und spät nachts. Das verrät schon einiges über die Gesellschaft. Der Cocktail ist einfach sehr amerikanisch: Er ist klein, individuell und effizient in der Wirkung. Du gehst in die Bar, und bäng, schon bist du wieder draußen. Man trinkt ihn schnell. Schon immer.                  

(Aus einem Interview mit dem Anglisten David David Wondrich im SZ-Magazin.)