Tatort Dallas: Weite Teile der Kennedy-Akten bleiben gesperrt…

… meldet Faz.net.

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Cargo Cult

Einerseits ein tolles Exempel für den Sozialkonstruktivismus nach Berger und Luckmann, anderseits aber auch einfach nur sehr berührend – die unerwartbaren Folgen des Zweiten Weltkrieges für indigene Gemeinschaften im Pazifik.

Narcos – Stereotype und Geschichtsbilder

 

Über die Weihnachtstage stellte ich fest: Netflix‘ Narcos ist eine verdammt unterhaltsame Serie – mit Suchtpotential und voller Geschichte. Und dabei rede ich nicht vom Revival der weißen Tennisschuhe. Pinochet kommt ebenso vor wie die ersten Handys (und deren Überwachung), Deutschlands Einwanderungspolitik nach dem Holocaust sowie die kommunistische Guerilla M-19.

Dass dabei jedoch allerhand Stereotype und (falsche) Geschichtsbilder an ein Millionenpublikum vermittelt werden, analysierte das Webmagazin „Latino Rebels“. Sehr lesenswert, gerade auch für Fans!

Die Deutschen, die Amerikaner und die Erinnerung an den Holocaust

Der aus Deutschland stammende Historiker Jacob S. Eder hat jüngst eine (englische/US-amerikanische) Dissertation vorgelegt, in der ein bis heute bedeutsames Stück (bundes-)deutscher Geschichtspolitik thematisiert. In „Holocaust Angst“ geht es zum einen darum, wie US-Amerikaner seit den 1970er-Jahren an die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden erinnern – nämlich zunehmend mit dem Begriff „Holocaust“.

Zum anderen – und vor allem – untersucht Eder die Frage, inwiefern die Rezeption dieser Geschichtskultur durch die Bundesregierung unter Helmut Kohl deutsche Außenpolitik prägte; und inwiefern dabei besonders Versuche unternommen wurden, das Deutschland-Bild in den USA zu korrigieren.

Peter Hoeres, Professor an der Universität Würzburg, hat das Buch in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am 2. Januar stark kritisiert.

Nun reagiert Jacob S. Eder auf dem Wissenschaftsportal der Gerda-Henkel-Stiftung.

 

Nachtrag vom 17.03.2017:

Matthias Haß von der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz rezensierte Eders Arbeit jetzt für H-Soz-Kult – mit einem kleinen Seitenhieb auf die bisherigen Besprechungen.

Cocktails und Geschichtskultur

 

In Londoner Pubs wird mittags Bier getrunken, in New York trinkt da jeder Cola. In London stehen die Leute nach der Arbeit auf der Straße vor dem Pub und trinken ihr Feierabendbier, bevor sie zum Abendessen nach Hause gehen. In New York wäre das undenkbar, auf der Straße zu trinken ist sogar verboten. In Skandinavien und Deutschland trinken die Menschen enorme Mengen Bier, aber sie tun es gemeinsam und singen sogar dabei. In den USA trinkt man eher allein und spät nachts. Das verrät schon einiges über die Gesellschaft. Der Cocktail ist einfach sehr amerikanisch: Er ist klein, individuell und effizient in der Wirkung. Du gehst in die Bar, und bäng, schon bist du wieder draußen. Man trinkt ihn schnell. Schon immer.                  

(Aus einem Interview mit dem Anglisten David David Wondrich im SZ-Magazin.)

Q.e.d.

Lieber Namensvetter, lass es bitte sein: das mit dem historisch Argumentieren.

Böhmermann nervt weiterhin.

Nein, wieder keine Ambiguität (vgl. Refrain vs. Strophen) – dafür aber die erneute Packung „Sühnestolz“ (Jeffrey Olick). Und ist er jetzt eigentlich für oder gegen den Isolationism?

Mad Men

Eine Persiflage auf den American Dream; eine Reflexion über Gender- und Racefragen; eine Erzählung über die USA zwischen Kuba-Krise und Woodstock; eine Inszenierung schmaler Anzüge und taillierter Röcke; eine einzige Schleichwerbung für Jameson und Lucky Strike – „Mad Men“ ist Geschichtskultur pur.

Die Forschung hat sich dem Thema bereits angenommen, jüngst etwa Elisabeth Bronfen, deren Werk auf H-Soz-Kult jedoch nicht allzu positiv rezensiert wurde.